Sonntag, 7. Dezember 2025

Testbench für Elektronenröhren

Da meine Gitarrenverstärker inzwischen alles Röhrentypen sind (warum ich diese Versionen bevorzuge will ich hier nicht weiter ausführen, jeder Gitarrist weiß Bescheid :) , liegt es nahe sich etwas zu beschaffen womit man den Zustand der Elektronenröhren beurteilen kann.

Ein spezielles Röhrenprüfgerät zu bauen oder zu kaufen ist meiner Meinung nach zu übertrieben, so oft kommt ein Test dann auch nicht vor.

Also hab ich beschlossen einen kleinen Testbench zu bauen, bei der die jeweilige Röhre mit Spannung versorgt wird, und eine Kennlinie aufgenommen werden kann.

Auf den folgenden zwei Fotos ist der Rohbau zu sehen, die Alu Platten hab ich mir bei Schaeffer AG fertigen lassen, der Trafo ist ein Hammond vom TubeAmpDoctor.

 


 

 

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 11.12.2025 

Als erstes mal für Spannung sorgen. ich hab die Anodenspanungserzeugung von meinem 5E3 übernommen. So kann ich auch mal schnell Gleichrichterröhren überprüfen.


 

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 16.12.2025

Kennlinienaufnahme einer EL84 Pentode und Bewertung mit den Kennwerten aus dem Datenblatt

Hier die Idealkennlinie aus dem Datenblatt, der Anodenstrom als Funktion der Gitterspannung bei einer Anodenspannung von 250V. 

So sollte eine neue unverbrauchte EL84 aussehen, also bei 100%.

 





Hier die prinzipelle Meßschaltung, zur besseren Anschaulichkeit mit einer Triode. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
erste Lebenszeichen einer EL84 Pentode
 



 
Mit festen, statischen Spannungen kann man zwar den Betrieb der Röhren an einem bestimmten Punkt der Kennlinie beurteilen, für eine Kennline braucht es aber mindestens zwei regelbare Spannungsquellen, für Anodenspannung und Gittervorspannung.
 
Dank Aliexpres ist die Beschaffen dieser auch kein Problem mehr,  und bleibt auch einigermaßen bezahlbar.
 

 
 
 
 
 
 
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 22.12.2025
 
 
Da das Testchassis für den Einbau von zwei geregelten Spannungsquellen zu klein ist, hab ich beschlossen dieses zu einem Testverstärker auf zu bauen.
 
Also noch einen Ausgangsübertrager und eine Triode (genauer eine Doppeltriode ECC82) für die erste Stufe ergänzt und zu einem Verstärker komplettiert, an dem ich demnächst weitere Messungen machen kann.
 

 
 






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17.01.2026 
 

Der vorläufige Endstand des Testverstärkers. Hiermit kann ich jetzt den Anodenstrom von Endröhre (EL84) und Vorstufenröhre (ECC83 und Derivate) sowie Anoden- und Gitterspannung messen und damit den Zustand der Röhren beurteilen.

Gleichzeitig kann mit eingespeisten Sinus, oder angeschlossener E-Gitarre die allgmeine Funktion am  Lautsprecher getestet werden.

Diese beiden Röhrentypen sind die bei meinen Amps am meisten verbauten Typen und damit ein Test für mich am interessantesten.

Auf Grund des gedrängten Aufbaus ist hier keine HiFi Qualität zu erwarten, aber zur Messung und Beurteilung reicht das allemal.  




 

Um das Ganze einigermaßen brummfrei zu bekommen, ist das der bestimmt dritte oder vierte Aufbau. 

Meine Fehler waren: kein zentraler Massepunkt, dadurch Brummschleifen, nicht genug gesiebte Betriebs- Anodenspannung, ungeschirmte Signalleitung, nicht geerdete Heizspannung, falsch dimensionierte Koppelkondensatoren

Schon einer dieser Fehler kann das Ding in ein pfeifendes, blubberndes, böse zischendes Etwas verwandeln, und die hohen verwendeten Spannungen machen eine Fehlersuche nicht gerade einfacher.